{"id":37,"date":"2011-10-11T14:07:47","date_gmt":"2011-10-11T12:07:47","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.cgrosch.de\/?page_id=37"},"modified":"2012-06-17T11:49:12","modified_gmt":"2012-06-17T09:49:12","slug":"horseriding","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blog.cgrosch.de\/?page_id=37","title":{"rendered":"Ex-Galopper Wintertor"},"content":{"rendered":"<h2 style=\"text-align: justify;\">Wie aus einem Rennpferd mein bester Freund wurde<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>1994 erf\u00fcllte ich mir meinen <span>Kindheitstraum<\/span>: Ein eigenes Pferd. Oder besser gesagt: Ich erl\u00f6ste ein Pferd aus einer Reitschule, in der die Tiere\u00a0 nicht gerade gut behandelt wurden. Hier herrschte das Motto: Wenn dein Pferd nicht das tut, was du von ihm m\u00f6chtest, &#8222;verarscht&#8220; es dich nur. Also musst du es solange mit Sporen traktieren, mit der Peitsche verpr\u00fcgeln und an den Z\u00fcgeln ziehen, bis es einsieht, dass du der St\u00e4rkere bist.<\/span><br \/>\n<span> Pferde, die das nicht &#8222;einsehen&#8220; wollen, werden oft weiterverkauft. Und leider landen solche missbrauchten und &#8222;<span>unreitbar<\/span>&#8220; gewordenen Pferde, die nicht das Gl\u00fcck haben, von jemandem gekauft zu werden, der mehr Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und Verstand hat,\u00a0oft beim Schlachter.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>In Wahrheit tut ein Pferd nahezu alles f\u00fcr seinen Menschen, wenn es dazu in der Lage ist. Verlangt man jedoch zu fr\u00fch zu viel von ihm, oder Dinge, die es aufgrund seines physischen Zustandes nicht oder nicht <span>schmerzfrei<\/span> tun kann, wird es sich Verweigern &#8211; seine Art zu sagen: &#8220; Ich verstehe nicht, was du von mir willst&#8220; oder &#8222;Ich kann das nicht&#8220; oder einfach nur &#8222;<span>Aua<\/span>!&#8220;<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span>Meine &#8222;<span>Rennmaschine<\/span>&#8222;<\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_472\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Wintertor_s.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-472\" class=\"size-medium wp-image-472 \" title=\"Wintertor 1994\" src=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Wintertor_s-300x256.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Wintertor_s-300x256.jpg 300w, https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Wintertor_s.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-472\" class=\"wp-caption-text\">Wintertor 1994<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Mein Pferd Wintertor ist ein speziell f\u00fcr Flachrennen gez\u00fcchteter Vollbl\u00fcter. Er musste bereits im Fohlenalter und bis zu seinem 5. Lebensjahr Rennen laufen und hatte, als ich ihn im Alter von nur 6 Jahren kaufte, bereits einiges durchgemacht. <span>Galopper<\/span> sind sehr fein und sensibel, hochgez\u00fcchtete <span>Rennmaschinen<\/span>, mit starken Herzen, gro\u00dfen Lungen und haben eine schier unendliche Ausdauer.<\/span><br \/>\n<span> Er stellte mir das immer wieder unter Beweis, ob ich das nun wollte oder nicht (meist wollte ich es nicht) &#8211; die <span>Ausritte<\/span> waren entsprechend nervenaufreibend.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da er sein kurzes Leben lang immer nur als &#8222;Sportger\u00e4t&#8220; benutzt wurde, war er zwar noch immer ein sehr freundliches Tier aber sehr \u00e4ngstlich und h\u00e4tte am liebsten den Kontakt zu den Menschen gemieden. Er hatte so wenig Vertrauen, dass bereits eine Pf\u00fctze, die man nicht umgehen konnte, ausreichte, um den Weg an dieser Stelle nicht fortsetzen zu k\u00f6nnen.<br \/>\n<span> <span>Wini<\/span> war voller Schmerzen, die durch eine schlechte Ausbildung und falsches Reiten hervorgerufen wurden und man hatte kaum eine Chance, ihn unter dem Sattel zum Kopf senken zu bewegen. Dies &#8222;gelang&#8220; nur mit viel Kraft und (wieder einmal) Zwang, in Form von <span>Schlaufz\u00fcgeln<\/span> und Sporeneinsatz.<\/span><br \/>\n<span> Einmal traf ich ihn dann, an den Flanken blutend, in seiner Box an, nachdem ihn meine <span>Reitbeteiligung<\/span> im Unterricht geritten war. Als Entschuldigung bekam ich zu h\u00f6ren, dass Vollbl\u00fcter nun mal sehr d\u00fcnne Haut h\u00e4tten. Ich untersagte ihr fortan das Benutzen von Sporen, worauf sie ihn wenig sp\u00e4ter nicht mehr reiten mochte, denn er wollte (und konnte!) nicht richtig vorw\u00e4rts gehen, wenn er gleichzeitig den Kopf senken sollte.<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Das Umdenken<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Recht schnell habe ich eingesehen, dass mir diese Art der <span>Reiterei<\/span> so nicht gef\u00e4llt. St\u00e4ndig mit meinem Pferd &#8222;k\u00e4mpfen&#8220; oder es zu etwas zwingen zu m\u00fcssen, war so gar nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Ich ertrug es nicht mehr, dass mein Pferd schon beim Putzen vor Schmerzen in die Knie ging, den Kopf in die Tr\u00e4nke hielt, wenn es die Trense sah und jede Gelegenheit ergriff, sich aus dem Staub zu machen, wenn man es satteln wollte. Ich h\u00f6rte sogar auf, es zu reiten, weil ich dachte, dass das Reiten ja eigentlich doch nur reine Tierqu\u00e4lerei sei.<\/span><br \/>\n<span> In meiner Verzweiflung bekam ich ein Buch in die H\u00e4nde (vielen Dank, liebe Ute!), das mir zeigte, dass es auch m\u00f6glich ist, dass beide &#8211; sowie Reiter als auch Pferd &#8211; Spa\u00df an der gemeinsamen Arbeit haben k\u00f6nnen: <span>Claus<\/span> Penquitt&#8217;s &#8222;Freizeitreiter Akademie&#8220; &#8211; mein Einstieg in den Western <span>Style<\/span> &#8211; der in Wahrheit so rein gar nichts mit dem zu tun hat, was man in den meisten Westernfilmen sieht.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_491\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Klaus1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-491\" class=\"size-medium wp-image-491\" title=\"Mein Westerntrainer\" src=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Klaus1-300x206.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Klaus1-300x206.jpg 300w, https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Klaus1.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-491\" class=\"wp-caption-text\">Mein Westerntrainer<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also ging ich auf die Suche nach einem guten Westernstall. Ich fand ihn in der N\u00e4he von Ludwigsh\u00f6he. Besitzer und Ausbilder war und ist Klaus Hasenfu\u00df, ein sehr sympathischer und ruhiger Mensch mit Verstand, der auch auf Turnieren erfolgreich war: <a href=\"http:\/\/www.hasenfuss-quarter-horses.de\/index.php\"><span>Hasenfu\u00df <span>Quarter<\/span> <span>Horses<\/span><\/span><\/a><br \/>\n<span> Dort nahm ich dann \u00fcber mehrere Wochen auf ungewohnt entspannten und gut ausgebildeten Pferden Unterricht. Statt dem gewohnten &#8222;<span>Rei\u00df<\/span> ihm ins Maul, du bist doch st\u00e4rker als das Pferd!&#8220; und &#8222;<span>Stech<\/span> ihn ab!&#8220; oder &#8222;Schlag ihn tot!&#8220; hie\u00df es pl\u00f6tzlich: &#8222;Nicht so hart im Maul, lass die Z\u00fcgel l\u00e4nger&#8220;, &#8222;Das hat er gut gemacht, jetzt lass ihn mal wieder in Ruhe!&#8220; oder &#8222;Das liegt nicht am Pferd, das liegt an dir.&#8220;<\/span><\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Neue Wege<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Die argw\u00f6hnischen Blicke der anderen Reiter in meinem Stall und Kommentare wie &#8222;Westernreiten ist <span>nix<\/span> f\u00fcr dein Pferd, du machst es kaputt!&#8220;, &#8222;Die Westernpferde latschen doch alle nur auf der Vorhand!&#8220;, &#8222;Westernreiten ist Tierqu\u00e4lerei, die haben da alle so scharfe Gebisse und Sporen!&#8220; ignorierend, packte ich mein Pferd in den <span>H\u00e4nger<\/span> und brachte es zu Herrn Hasenfu\u00df in die &#8222;Umschulung&#8220; vom Englisch- zum <span>Westernstyle<\/span>.<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_506\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/WIntertor3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-506\" class=\"size-medium wp-image-506 \" title=\"WIntertor\" src=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/WIntertor3-300x216.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/WIntertor3-300x216.jpg 300w, https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/WIntertor3.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-506\" class=\"wp-caption-text\">Mein Ex-Galopprennpferd mit Westernsattel<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Als Klaus dann Wintertor probeweise ritt, merkte er gleich, dass etwas mit ihm nicht stimmte und er riet mir, ihn sicherheitshalber einmal gr\u00fcndlich <span>durchchecken<\/span> zu lassen. Er bot mir zudem an, das Pferd zun\u00e4chst nur einige Tage zur Probe zu trainieren um sicherzustellen, dass es kein Problem mit den Beinen oder dem R\u00fccken hatte.<\/span><br \/>\n<span> Ich vermutete, dass seine Verspannungen die Ursache f\u00fcr seine Probleme waren, lie\u00df es aber nat\u00fcrlich noch einmal untersuchen. Es hatte bereits bei der <span>Ankaufsuntersuchung<\/span> keine guten Ergebnisse erzielt, ich hatte mich aber dennoch f\u00fcr den Kauf entschieden, da die R\u00f6ntgenaufnahmen der Gelenke einwandfrei waren.<\/span><br \/>\nAls der Tierarzt eintraf, musste ich mir dann von diesem eine Standpauke anh\u00f6ren, weil ich trotz der schlechten Beugeproben von damals &#8222;den ja doch gekauft&#8220; h\u00e4tte. Dann griff er meinem Pferd noch ordentlich in den R\u00fccken, worauf es vor Schmerzen zusammenzuckte (das tat es ja bereits beim Putzen) und meinte, die Wirbels\u00e4ule w\u00e4re wohl auch kaputt, die sollte man auch mal r\u00f6ntgen.<br \/>\nAber auch diesmal gab es, trotz gr\u00fcndlicher Aufnahmen keinen Befund. Die Knochen zeigten keinerlei krankhafte Ver\u00e4nderung. Was ich aber ganz sicher wusste, war, dass ich den Tierarzt wechseln w\u00fcrde.<\/p>\n<div id=\"attachment_492\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Wintertor4-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-492\" class=\"size-medium wp-image-492 \" title=\"Klaus auf Wintertor\" src=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Wintertor4-2-300x227.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"227\" srcset=\"https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Wintertor4-2-300x227.jpg 300w, https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Wintertor4-2.jpg 606w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-492\" class=\"wp-caption-text\">Klaus auf Wintertor<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Nach nur ca zwei Wochen <span>Beritt<\/span> durch Klaus, dann die Erleichterung: Mein Pferd machte Fortschritte. Es begann gleichm\u00e4\u00dfiger zu gehen und h\u00f6rte auf, st\u00e4ndig den R\u00fccken wegzudr\u00fccken. Auch der l\u00e4ngere Westernsattel tat seinem R\u00fccken gut, da dieser das Gewicht des <span>Reiters<\/span> besser verteilte. Der Galopp wurde besser und kontrollierter. Als ich ihn nach 6 Wochen endlich wieder reiten durfte, war er ein anderes Pferd. Er lie\u00df sich am lockeren Z\u00fcgel, ohne davon zu st\u00fcrmen, \u00fcber eine Wiese galoppieren und sich dabei sogar von anderen Pferden \u00fcberholen. Wenige Wochen zuvor noch undenkbar! Und man merkte, dass er Klaus offenbar gerne mochte &#8211; ein weiterer Beweis daf\u00fcr, wie gut dieser mit seinen Pferden umgeht (danke Klaus!).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Bei der <span>Westernz\u00e4umung<\/span> gibt es grunds\u00e4tzlich keine so genannten <span>Sperrriemen<\/span>, die in der englischen <span>Reitweise<\/span> <span>gang<\/span> und g\u00e4be sind. Sie dienen dazu, dem Pferd das Maul <span>zuzuschn\u00fcren<\/span>, damit der Reiter munter am Gebiss rei\u00dfen kann, ohne dem Pferd die Trensenringe durch das Maul zu ziehen und ohne dass es sich durch \u00d6ffnen des <span>Mauls<\/span> der Reiterhand entziehen k\u00f6nnte. Eigentlich eine Unart aus Kriegszeiten mit ungen\u00fcgend ausgebildeten Pferden und schlechten Reitern oder dem <span>Pferderennsport<\/span>. Verfechter der englischen <span>Reitweise<\/span> argumentieren einmal wieder damit, dass dies notwendig und &#8222;<span>pferdegerecht<\/span>&#8220; sei, da ein Pferd sonst den &#8222;bequemeren&#8220; Weg gehen w\u00fcrde und den Kopf nicht so h\u00e4lt, wie es soll &#8211; was leider f\u00fcr die meisten Reiter f\u00e4lschlicherweise noch immer oberste Priorit\u00e4t hat.<\/span><br \/>\n<span> Es ist schier unglaublich, wieviele unterschiedliche <span>Verschnallungen<\/span> und andere Folterwerkzeuge sich Menschen einfallen lassen, um einem Pferd in m\u00f6glichst kurzer Zeit den eigenen Willen auf- und es in eine bestimmte Haltung zu zwingen. Mir blutet das Herz, wenn ich mitbekomme, wie begeistert die Massen von den unnat\u00fcrlichen G\u00e4ngen eines Pferdes wie &#8222;<span>Totilas<\/span>&#8220; sind und sich absolut keine Gedanken dar\u00fcber machen, was einem solchen Tier hierf\u00fcr angetan wurde und wird.<\/span><br \/>\n<span> Die meisten Reiter kompensieren ihren Mangel an Sensibilit\u00e4t und Geduld mit Kraft und Gewalt. Bei einigen Individuen, die ich kennenlernt habe, habe ich sogar den Verdacht, sie m\u00fcssen ihren Frust an dem Tier auslassen oder ihre Minderwertigkeitskomplexe kompensieren. Leider gibt es diese Sorte Mensch in allen Sparten der <span>Reiterei<\/span>, auch in der von mir <span>pr\u00e4ferierten<\/span> <span>Westernreitweise<\/span>.<\/span><br \/>\n<span> Schlimme Dinge habe ich auch in Spanien gesehen, wo das Pferd oft nur als Prestigeobjekt dient. Ich sah auf <span>Ferias<\/span> beispielsweise mitten in der Nacht betrunkene Reiter, deren Pferde blutige Nasenr\u00fccken von der <span>Serreta<\/span> (=S\u00e4ge) hatten. Viele Spanier ziehen ihren Pferden tats\u00e4chlich zum Reiten, sowie zum <span>Longieren<\/span> Nasenriemen aus Eisen und <span>s\u00e4geblattartigen<\/span> Z\u00e4hnen auf die empfindlichen Nasen! Wenn man so ein Tier dann gleichzeitig mit scharfen Sporen traktiert, wird es anfangen mit der erw\u00fcnschten Kopfhaltung zu t\u00e4nzeln. Ich habe dort kaum ein Pferd ohne Narben auf der Nase gesehen&#8230;<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_486\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/ALIM0086_s.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-486\" class=\"size-medium wp-image-486\" title=\"Wintertor 2010\" src=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/ALIM0086_s-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/ALIM0086_s-300x224.jpg 300w, https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/ALIM0086_s-1024x767.jpg 1024w, https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/ALIM0086_s.jpg 1031w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-486\" class=\"wp-caption-text\">Wintertor 2010<\/p><\/div>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><span>Ein neues <span>Zuhause<\/span><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Nachdem ich meinen S\u00fc\u00dfen noch einige Wochen in der Ausbildung belassen und auf ihm weiterhin Unterricht bekommen hatte, unternahm ich einen 30km Tagesritt mit netten Reiterkollegen zu einem sch\u00f6nen Stall mit Auslaufboxen in der N\u00e4he von Worms, der nun einige Jahre sein neues <span>Zuhause<\/span> sein sollte. Es war eine wunderbare Zeit dort. Die Reiter machten sich viele Gedanken um das Wohl ihrer Tiere und probierten deshalb st\u00e4ndig etwas Neues aus. Wir nahmen an <span>Longier<\/span>&#8211; und anderen <span>Bodenarbeitskursen<\/span> teil und besuchten Seminare. Es gab Reiterstammtische, Koppelfeste, <span>Sternritte<\/span> und andere Veranstaltungen. Mein Pferd lernte in dieser Zeit \u00fcber Wippen zu gehen oder durch <span>Stangenparkours<\/span>,\u00a0 <span>Flatterb\u00e4nder<\/span> oder Pf\u00fctzen und wie angenehm es sein kann, mit nach unten gestrecktem Hals vorw\u00e4rts zu gehen und verlor nach und nach auch seine letzten Verspannungen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wie so oft im Leben, hat die sch\u00f6nste Zeit einmal ein Ende. Ich zog irgendwann mit meinem Pferd dort aus, der Hof bekam neue Besitzer, die Reiter verloren sich aus den Augen&#8230;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\">Die Gegenwart<\/h2>\n<div id=\"attachment_498\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/IMAG0025.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-498\" class=\"size-medium wp-image-498\" title=\"Wini\" src=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/IMAG0025-300x210.jpg\" alt=\"Wini\" width=\"300\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/IMAG0025-300x210.jpg 300w, https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/IMAG0025.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-498\" class=\"wp-caption-text\">Spaziergang im Wald mit meinem S\u00fc\u00dfen 2012<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Mein &#8222;Dicker&#8220; steht heute das ganze Jahr \u00fcber auf einer gro\u00dfen Koppel in einem Offenstall. Ich besuche ihn m\u00f6glichst zu Zeiten, an denen ich in Ruhe mit ihm arbeiten kann und ohne mir mitansehen zu m\u00fcssen, wie so manche Herrenreiter Dinge mit ihren Pferden anstellen, von denen sie wahrscheinlich selbst nicht wissen, warum sie sie tun. Die nicht durch <span>Gymnastizierung<\/span> sondern durch blo\u00dfes Vorw\u00e4rtstreiben und Dagegenhalten erreichen wollen, dass ihre Pferde &#8222;durchl\u00e4ssig&#8220; werden oder mit ihnen \u00fcber Hindernisse springen, ohne an deren Vorderbeine zu denken.<\/span><br \/>\n<span> Wenn wir uns schon auf den R\u00fccken dieser Tiere setzen, und sie dadurch unnat\u00fcrlich belasten, sollten wir in erster Linie ihrer Gesunderhaltung Sorge tragen aber sie nicht\u00a0 zus\u00e4tzlich belasten und somit ihr Leben verk\u00fcrzen.\u00a0 Es ist f\u00fcr mich deshalb auch nicht nachvollziehbar, dass Dressur- und <span>Springturniere<\/span>, Galopp- oder Trabrennen \u00fcberhaupt mit dem Tierschutzgesetz vereinbar sind.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2012 ist Wintertor 25 Jahre alt geworden. Er wird noch regelm\u00e4\u00dfig bewegt und, so oft ich kann, geritten. Er ist noch immer sensibel und etwas schreckhaft aber auch voller Vertrauen und geht mit mir durch dick und d\u00fcnn. Er freut sich ganz offensichtlich auf die Arbeit unter dem Sattel oder Bodenarbeit an der Hand.<br \/>\nEr wurde nie ein richtiges &#8222;Westernpferd&#8220; dazu rennt er einfach nach wie vor viel zu gerne und erlaubt man es ihm, ist er kaum zu bremsen. Vielleicht auch eine Folge meiner Inkonsequenz. Oft \u00e4rgert es mich, dass mein Pferd unter meiner Unwissenheit und meinen Fehlern zu leiden hatte und sicherlich zuweilen noch immer tut. Doch niemand ist perfekt und der Umgang mit einem Pferd ist ein Lernprozess, der niemals aufh\u00f6rt. Wer anders denkt, sollte die Finger von diesen wunderbaren Tieren lassen.<\/p>\n<div id=\"attachment_497\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/IMAG0826.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-497\" class=\"size-medium wp-image-497\" title=\"Wintertor\" src=\"http:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/IMAG0826-220x300.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/IMAG0826-220x300.jpg 220w, https:\/\/blog.cgrosch.de\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/IMAG0826.jpg 588w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-497\" class=\"wp-caption-text\"><span>Mein <span>Wini<\/span> und ich 2011<\/span><\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Wer h\u00e4tte gedacht, dass ein Pferd, mit dieser Vergangenheit und einer so schlechten <span>Ankaufsuntersuchung<\/span> 20 Jahre sp\u00e4ter noch immer munter und lahmfrei \u00fcber die Wiesen galoppieren kann? Ich hoffe, wir werden noch viele sch\u00f6ne Jahre miteinander verbringen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span>Vollbl\u00fcter sind weitaus robuster als sie aussehen und der <span>Westernstyle<\/span> ist, richtig betrieben, eine sehr gesunde Art ein Pferd zu reiten, auch wenn das die meisten Herrenreiter partout nicht wahrhaben wollen. Zum Gl\u00fcck aber werden wir &#8222;Freizeitreiter im <span>Westernstyle<\/span>&#8220; immer mehr (auch wenn ich nicht ganz stilecht, wegen des schmalen <span>R\u00fcckens<\/span> meines <span>Galoppers<\/span>, mittlerweile einen <span>Trekkingsattel<\/span> besitze) und ich bin mir sicher, dass dieser Trend weiter anh\u00e4lt.<\/span><br \/>\nDas Mittelalter haben wir ja auch erfolgreich hinter uns gelassen!<\/p>\n<blockquote><p><span>&#8222;A <span>Dog<\/span> <span>looks<\/span> <span>up<\/span> <span>to<\/span> a man, a <span>cat<\/span> <span>looks<\/span> <span>down<\/span> <span>on<\/span> a man, <span>but<\/span> a <span>patient<\/span> <span>horse<\/span> <span>looks<\/span> a man in <span>the<\/span> <span>eye<\/span> <span>and<\/span> <span>sees<\/span> <span>him<\/span> <span>as<\/span> an <span>equal<\/span>.&#8220;<\/span><\/p>\n<p><span><br \/>\n<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">ngg_shortcode_0_placeholder<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1994 erf\u00fcllte ich mir meinen Kindheitstraum: Ein eigenes Pferd. Oder besser gesagt: Ich erl\u00f6ste ein Pferd aus einer Reitschule, in der die Tiere  nicht gerade gut behandelt wurden. Hier herrschte das Motto: Wenn dein Pferd nicht das tut, was du von ihm m\u00f6chtest, \u201cverarscht\u201d es dich nur. Also musst du es solange mit Sporen traktieren, mit der Peitsche verpr\u00fcgeln und an den Z\u00fcgeln ziehen, bis es einsieht, dass du der St\u00e4rkere bist. Pferde, die das nicht \u201ceinsehen\u201d wollten, wurden weiterverkauft&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":554,"menu_order":10,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-37","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.cgrosch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/37","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.cgrosch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.cgrosch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.cgrosch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.cgrosch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=37"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/blog.cgrosch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/37\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":681,"href":"https:\/\/blog.cgrosch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/37\/revisions\/681"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.cgrosch.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/554"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.cgrosch.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=37"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}